Gmüetlichi Lüüt: Jeepausflug, 28. Juli 2013

Letztes Jahr – 2012 war uns Petrus ganz und gar nicht gut gesinnt. So mussten wir auf den Jeep - Ausflug verzichten.  Ganz nach dem Motto: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!

Am Sonntagmorgen, den 28. Juli um neun Uhr trafen wir uns vor der Garage von Vital Hotz. Gleitig verteilten wir uns auf die sechs bereitstehenden Jeeps. Ich durfte mich hinter dem Sitz von Martin platzieren, und los ging die Fahrt ins Blaue!

Zuerst führte uns der Weg hinauf am Ägerisee vorbei und wieder hinunter nach Steinen, Brunnen auf die Axenstrasse. In den Tunnels dröhnten, oder sangen die alten Motoren der Jeeps, so dass vergangene alte Erinnerungen wach wurden. 

Bei dem Kreisel in Altdorf, wo es zum Klausenpass abzweigt, schaltete Martin eine Ehrenrunde ein, um die Teilnehmer zu verunsichern. Es wurde immer weiter gerätselt, wo uns wohl die Reise hinführt. 

Im Restaurant Dägerlohn an der Hauptstrasse in Silenen liessen sich die Jeeps schön an der Hauptstrasse zur Schau stellen. In der Zwischenzeit vergnügten wir uns beim Morgen-Kaffee und einer Urner-Pastete. An die Spender noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön.

In Wassen klärte sich ein Teil des Geheimniss, den der Jeepkonvoi bog auf die Susten-passstrasse ab. Nun keuchten die Jeeps von 930 m.ü.M. auf über 2‘200 Höhenmeter. Eine wunderbare Fahrt stand vor uns. Der Föhn brachte uns alle Details der Berge zum Greifen nah. Mit gemächlichem Tempo „kletterten“ wir auf der kurvenreichen Passstrasse Meter um Meter höher. Nicht bei allen Verkehrsteilnehmern war unser Tross ein Vergnügen, so gab es ab und zu sogar riskante Überholmanöver. Doch was soll’s, wir hatten Zeit.

Dann plötzlich – „Was ist denn das, -, Martin’s Jeep, der Erste in der Kolone gibt den „Geist“ auf. Das darf es doch nicht sein, ausgerechnet Martins Oldtimer! Mitten auf der Strasse vor einer heiklen Kurve - einfach stehen bleiben, - ER macht keinen „Wank“ mehr. Allen Bemühungen zum Trotz, - der Motor des alten Armeefahrzeugs wollte nicht mehr anspringen. Schnell regelten zwei Teilnehmer den Verkehr. Durch Handzeichen lotsten sie den regen Verkehr an der stehenden Kolone vorbei. Dazwischen wurde von den fachkundigen Männern die Motorhaube inspiziert. Leider fanden sie keine Ursache, die auf das Verstummen des Motors hinwies. Was jetzt, wo gibt es ein Abschleppseil, bei mir nicht, - oh - und jetzt. Doch auf einmal da war ein Seil gefunden. Ausgerechnet Silvan, - stellte seinen Jeep als Abschleppfahrzeug vor Martin’s Patienten. Er zog sichtlich, - fast stolz das Fahrzeug hinauf zur Passhöhe, die zum Glück nicht mehr allzu weit weg war. Alles in allem war die Aktion nicht ganz Strassengesetzkonform, doch auf dieser Höhe begegnet man nicht oft den „Kappenmännern“, Polizei.

Auf der Passhöhe angelangt hörte man wie vielen ein Stein vom Herzen fiel, - wir hatten es geschafft. Doch wie weiter? Über den TCS forderte Martin Hilfe an. Bis diese aus Meiringen auf dem Sustenpass sein wird, verstreicht sicher eine Stunde oder mehr. So entschieden sich Silvan und Ernst auf den Mechaniker zu warten. Die restlichen fünf Jeeps fuhren hinunter nach Innertkirchen. Dort zweigten sie ab, um auf der Engstligenalp das Mittagessen zu „geniessen“.

Beinahe zwei Stunden warteten Silvan und Ernst auf den Mechaniker aus Meiringen. Nach einem prüfenden Blick und einigen Kontrollen unter der Motorhaube empfahl er, den „Patient“ auf den Pannenwagen zu laden. So fuhren wir mit dem Mechaniker nach Meiringen, - den Jeep per huckepack. Für die nächsten Tage sagten die Wetterprognosen heftigen Regen voraus. So versuchten wir am Jeep das Dach zu schliessen. Dank der Gebrauchsanweisung gelang es uns, ohne zu oft die Finger einzuklemmen. Zu Fuss marschierten wir dann zur Bergbahn Hasliberg, um unsere Gruppe wieder zu treffen.

In der Zwischenzeit liessen sich der Rest der Gruppe bei Peters Bruder verwöhnen. Er lebt im Sommer mit seiner Familie auf der Engstligenalp. Der Föhn – so hörten wir – hat so stark geblasen, dass sogar die Körbchen mit den Kartoffeln gehalten werden mussten. Nichts desto Trotz – genossen wurde das föhnige Raclette-Essen, mit guten Wein, Kaffee - und zu schnell verging die Zeit. Nachdem der alpeigene Käse den wir kaufen konnten in den Autos verpackt war,  hiess es schon wieder Abschied nehmen. Ein grosser Dank für die liebevolle Bewirtung und für das wundervolle Essen – und weiter ging die Fahrt.

Bei der Bergstation der Meiringen-Hasliberg-Bahnen wurden wir von den Jeep-Fahrern wieder herzlich aufgenommen. Dass sich Martin für alle Eventualitäten vorbereitete versteht sich! Beim Kaffee- und Desserthalt im Gasthof zur Post am Hasliberg war plötzlich Vital da. Er nahm einen Teil der Teilnehmer in seinem Auto mit.

In Alpnach-Dorf holte uns der Regen ein, so mussten die Dächer bei den Jeeps aufgeklappt werden. Das war eine Geschichte für sich. Wie und wo lassen sich die Stangen wohl einstecken, wie wird das Dach darüber gezogen – es war einfach super!

Das Nachtessen gönnten wir uns in der Glasi in Hergiswil. In diesem nostalgischen Restaurant liessen wir dann, noch einmal alle Begebenheiten Revue passieren. Sogar Fotos auf dem Mobilfon und Texte wurden ausgetauscht.

Zurück nach Baar, hier schloss sich der Kreis, unserer Fahrt ins Blaue. Nicht ganz pannen-, dafür unfallfrei. Glücklich und mit vielen neuen Eindrücken verabschiedeten wir uns kurz vor 23.00 Uhr.

Hier noch einige Zahlen, insgesamt ging es ~3400 Meter  hinauf und hinunter, die Distanz betrug 245 Km, bei einer Fahrzeit von 6 ½  Std.

Ernst D. Trachsel

Ebertswil 18.10.13