Heimatabend 2006

Zugerbieter; 12. April 2006

Gemütliche Stunden am Heimatabend
Die Trachtengruppe Baar lud Gäste und Publikum zu einem Abend voll mit Tänzen und lüpfiger Musik!
Wie jedes Jahr konnte sich am letzten Samstag das zahlreich erschienene Publikum im Gemeindesaal an einem schönen Programm der Trachtengruppe Baar freuen.
Im Bühnenbild war ein Dorfplatz zu erkennen mit der dazugehörigen Wirtschaft. In der kleinen Gartenwirtschaft wurde sogar gejasst und auch Bier getrunken. Dies war der Ausgangspunkt für die Dialoge, die zur Erklärung des Programmablaufes unter dem Motto «En bunte Früeligsstruss» dienten. Die Tanzgruppe, unter der Leitung von Franziska Müller, vermochte einmal mehr das Publikum mit schönen Reigen zu begeistern. Tänze wie die «BuochserMazurka», «Trachtencheli» oder «De Ofehöckler» waren qualitativ hochstehend. Einen guten Einstand bot auch die Singgruppe unter der musikalischen Leitung von Chantal Ernst. Ihre Lieder stimmten so richtig auf den kommenden Frühling ein. Besonders die Kompositionen des Baarers Robert Fellmann entbehrten, obwohl nicht mehr neu, nicht einer gewissen Aktualität, die sich bis in die heutigen Tage hineinzieht.


Unbeschwert getanzt
Ein besonderer Genuss waren die Vorführungen der Kindertanzgruppe. Die Leiterinnen, Marie-Theres Erni, Jolanda Gabriel und Monika Hess, hatten mit den Kindern hübsche Tänze einstudiert. Unbeschwert bewegten sich selbst die Kleinsten auf der Bühne, und sie hatten sichtlich selbst Freude an ihrem Tun. Die Parodie auf Pippi Langstrumpf zum Beispiel löste Begeisterung aus, nicht nur wegen den ausgeworfenen Schoggitalern. An diesem Abend war als Gast auch die Brauchtumsgruppe Aegerital dabei. Sie zeigte, wie man richtig «chlefelet», «bäseled» oder mit dem Teppichklopfer im Takt auf eine Kiste schlägt. Der äussere Rahmen des Klopfers hat jedenfalls wohl etwas gelitten, lagen doch auf der Bühne kleine Splitter von abgeschlagenem Holz.


 Das Tanzbein schwingen
Unter der Leitung von Martin Hotz präsentierte sich schliesslich die Tanzgruppe «Gmüetlichi Lüüt». Ihre Tänze sind traditionell, doch bis heute attraktiv geblieben. Alle Tanzgruppen wurden übrigens bestens von den Hess Buebe aus Küssnacht am Rigi begleitet. Nach der Aufführung war durch die Aentlibuecher Giele Gelegenheit geboten, selber das Tanzbein zu schwingen. Wieder einmal mehr stellte die Trachtengruppe Baar ihre Vielfältigkeit unter Beweis und begeisterte mit ihrer schönen Art des Brauchtums das Publikum.

WILLY SCHÄFER, Zugerbieter



Neue Zuger Zeitung; 10. April 2006

Frühling verlockt zu Gesang und Tanz
Die Trachtengruppe Baar bot unter dem Motto «En bunte Früehligsstruss» einen unterhaltsamen Heimatabend.
Der Gemeindesaal in Baar drohte am Samstagabend schon eine halbe Stunde vor dem Auftakt zum Heimatabend der Trachtengruppe aus allen Nähten zu platzen. Unter dem erwartungsfrohen Publikum befanden sich auch zahlreiche Delegationen aus der Deutschschweiz. Sie hatten ihre Reise nach Baar nicht zu bereuen. Die Trachtengruppe Baar und die Brauchtumsgruppe Aegerital boten ihnen unter dem Motto «En bunte Früehligsstruss» einen frohen, unterhaltsamen Heimatabend.

 

 

 


 Kindertanzgruppe verzückte
Den Auftakt machte die Tanzgruppe unter der Leitung von Franziska Müller mit der «Buochser-Mazurka» von Carl Durrer und «Toni's Beiz» von Trudi Brand. Die ausschliesslich aus Frauen bestehende Singgruppe von Chantal Ernst verzauberte das Publikum mit ihren hellen, reinen Stimmen, ehe die Kindertanzgruppe bereits mit ihrem ersten Auftritt den ganzen Saal verzückte. Die zum Teil noch nicht einmal schulpflichtigen Buben und Mädchen brillierten nicht nur mit locker und perfekt vorgetragen Tänzchen. Sie begeisterten noch weit mehr mit ihrer zur Schau getragenen Heiterkeit und einem umwerfendem Schalk. Den tosenden Applaus des Publikums quittierten sie mit einem schelmischen Grinsen und unnachahmlichen Faxen. Die Auftritte der Brauchtumsgruppe Aegerital, die als Gastgruppe mitwirkte, bestach mit horrend schnell vorgetragenen rhythmischen Darbietungen.

Die Tanzgruppe »Gmüetlichi Lüüt», unter der Leitung von Martin Hotz, strahlte Ruhe und Zufriedenheit aus. So nahm sie es auch gelassen, dass sie als erste aller Gruppen eine Zugabe bieten mussten. Bieten durften, wäre wohl eher angebracht. Die «Gmüetliche Lüüt» erfüllten diese Aufforderung jedenfalls mit sichtlichem Stolz.

 

Warum nur so verbissen?
Während die Kindertanzgruppe auch in ihrer Pippi-Langstrumpf-Einlage völlig unbefangen aufspielte und ihrer Freude am Gesang und Tanz Ausdruck verlieh, vermochten einige Mitglieder der Tanzgruppe ihre Hemmungen nicht ganz abzulegen. Besonders deutlich kam dies im stimmungsvollen Walzer «Stilles Glück» von Pia Vogel zum Ausdruck. Es brauchte einige Zeit, bis die vorerst verbissenen Mienen einem gelösten Lächeln wichen. Es war offensichtlich, dass sich vor der grossen Kulisse niemand eine Blösse geben wollte. Diese Randbemerkung tut dem sehr guten Gesamteindruck keinen Abbruch. Sie zeigt nur, dass Gesang und Tanz erst dann vollendet zur Geltung kommen, wenn die Freude daran offen zur Schau getragen wird. Und das war ja in den meisten Fällen unübersehbar.

MARTIN MÜHLEBACH, Neue Zuger Zeitung