Singgruppe Baar: Schweizerisches Trachtenchortreffen in Porrentruy, 20./21. Mai 2006

Neunzehn gut gelaunte Trachtenfrauen stiegen am Samstagmorgen bei etwas trübem Himmel in den Zugerland-/ Götsch-Reisecar und hatten besonders Glück; ein Engel als Chauffeur sass am Steuer. Wir fuhren auf der Autobahn nach Neuenkirch (wo unsere Dirigentin zu uns stiess) über Sursee, Oftringen nach Oensingen. Dort verliessen wir die Autobahn Richtung Balsthal nach Laupersdorf, Herbetswil, Welschenrohr, Gänsbrunnen, Moutier, nach Courrendin und erreichten schliesslich den Hauptort des Kantons Jura: Delémont. Im heimeligen Restaurant "La Bonne Auberge" in der Altstadt genossen wir ein feines Mittagessen. Es blieb uns leider keine Zeit, das Städtchen zu besichtigen, wir mussten weiter zum Zimmerbezug ins Motel "au gros Pré", ebenfalls in Delémont. Weiter ging's durch zwei grosse Tunnels unserem Ziel Porrentruy entgegen. Dort angekommen, war's gar nicht so einfach, nach Plan das Vortagslokal "temple" zu finden. Nur zwei Jodelchöre konnten wir noch hören und schon mussten wir bei Wind und Regen ins Probelokal. Bestimmt waren alle etwas kribblig vor dem grossen Auftritt. Schon bald standen wir im "temple" vor einem grossen Publikum. Lustig tönte die Ansage, ist es doch für einen Jurassier nicht e infach, "jez lueg au du, au da" auszusprechen. Mit "Vieni sulla barchetta, de Heimetvogel und jez lueg au du, au da" erfreuten wir die Zuhörer und hoffentlich auch die Jury, wobei nur "de Heimetvogel" bewertet wurde. Nun war die grosse Spannung da, wie tönte das Lied in den Ohren der Experten. Einige begaben sich zum Beurteilungsgespräch, während die andern geduldig aufs Resultat warteten. Die lachenden Gesichter verrieten Gutes. Prädikat "sehr gut". Was für eine Freude, Genugtuung und Stolz für die Dirigentin und uns alle. Chantal durfte auch eine Urkunde und eine CD mit unsern Liedern entgegennehmen.

Das Wetter machte einfach nicht mit, um noch etwas zu bummeln, das Städtchen zu erkunden oder andern Trachtenleuten zu begegnen und zu plaudern. Darum fuhr uns unser Engel mit dem Car direkt zum Eisstadion, das bereits voll von bunten Trachtenleuten war. Wie praktisch ist doch so ein Handy! Hedi war so stolz auf unser "sehr gut", sie rief Gemeinderat Paul Langenegger an und fragte, ob er uns einen würdigen Empfang in Baar vorbereiten könne, wie es so üblich sei bei andern Vereinen. Antwort: Er müsse diesen auf den 25. Juni verschieben, zusammen mit andern Vereinen, aber eine Runde offerierte er alleweil. Nach dem Nachtessen traten noch die Kantonalchöre Jura, Luzern, Zürich und eine Tessinergruppe auf. Wir freuten uns an diesen Darbietungen, da uns am Nachmittag ja keine Zeit blieb, die einzelnen Gruppen zu hören.

Gegen 22.00 Uhr brachen wir zu Rückfahrt ins Motel auf. Für einige Nachtschwärmer war es noch viel zu früh zum Schlafengehen. In einem Nachbarlokal genossen sie noch einen Schlummertrunk, einen "Holdrio" nach welscher Art.

Das Morgenessen war auf 09.00 Uhr angesagt. Die Sonntagvormittagsfahrt führte uns an der Birs entlang durch das enge, felsige und bewaldete Laufental nach Laufen, von dort über Röschenz (in letzter Zeit wohl allen bekannt geworden), Metzerlen zum Wallfahrtsort Maria Stein. Das Glocken-geläute lud einige zum gerade beginnenden Gottesdienst ein. Andere zogen es vor, der Gottes-dienst in der Natur mit einer Wanderung zu feiern. Die Sonne zeigte sich immer mehr, die Landschaft präsentierte sich noch schöner, was uns auch in sonntägliche Stimmung versetzte. Ma-ria Stein, ein wunderbares Benediktinerkloster auf einem hohen Felsen gebaut. Maria Marty besuchte da ihren Jahrgänger aus Baar, Pater Ambros Odermatt. Er freute sich über das Treffen und begrüsste vor der Abfahrt auf dem Parkplatz noch jede Trachtenfrau einzeln. Bei Rahel sagte er ganz spontan, tragt Sorge zur ihr, und verglich unsere Gruppe mit seiner Klostergemeinschaft, es fehle der Nachwuchs! Wir verabschiedeten uns mit dem Lied "de Heimetvogel", was ihn sichtlich freute und uns viele Grüsse nach Baar mitgab.

Die Weiterfahrt über Flüh, Witterswil, Therwil, Reinach, Dornach, über den Gempen, Nuglar nach Liestal bot uns eine wunderbare Landschaft mit blühenden Wiesen und Apfelbäumen. Nach einer kurzen Autobahnfahrt nach Sissach ging's durch die Dörfer Thürnen, Diepflingen über den kleinen Hauenstein. Auf der Passhöhe schaltete der Chauffeur den schon lange erhofften Zabighalt ein. Im Rest. Löwen wurden wir als einzige Gäste herzlich empfangen. Immer lauter und gemütlicher wur-de es im Löwen und Alice kam so richtig in Fahrt. Mit "Chum übers Mätteli" verabschiedeten wir uns von den sympathischen Wirtsleuten. Nach Buckten, Läufelfingen, Trimbach erreichten wir Olten, von da ging's ohne Halt auf der Auto-bahn nach Baar zurück. Ein wunderschönes und erfolgreiches Wochenende bleibt für uns Trach-tenfrauen in bester Erinnerung.


Ida Landolt

 



Zugerbieter; 31. Mai 2006

Trachtenchor Baar als "sehr gut" bewertet
Der Baarer Trachtenchor verbrachte ein erfolgreiches Wochenende am Schweizerischen Trachtenchortreffen.
Der Trachtenchor Baar nahm als einziger Zuger Chor am Samstag, 20. Mai 2006, am Schweizerischen Trachtenchortreffen in Porrentruy teil. Unter der Leitung von Chantal Ernst trug der Chor das Lied «De Heimetvogel> vor. Die Fachjury zeichnete den Liedvortrag des Baarer Chors mit dem Prädikat «sehr gut» aus. Mit Freude, Genugtuung und ein wenig Stolz nahmen Chor und Dirigentin von der guten Beurteilung Kenntnis. Als Belohnung für den erfolgreichen Auftritt fuhr der Chor am folgenden Tag weiter zu einem Besuch des Klosters Maria Stein. Dort brachten die Damen einem ehemaligen Baarer, Pater Ambros Odermatt, ein Ständchen, was ihn sichtlich freute; er gab dem Chor herzliche Grüsse nach Baar mit. (PD/RED)